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Kraftquelle OSTERN

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  • 2019-04-12T08:00:00+02:00

Wir leben in einer Zeit, in der viele nicht mehr an Gott glauben können und schon gar nicht an die Auferstehung
Jesu, unter ihnen selbst viele Christen, für die der Glaube kraft- und saftlos, persönlich und
gesellschaftlich irrelevant geworden ist. Die Auferstehung Jesu sei aber, so der Salzburger Erzbischof
Lackner in seiner Predigt in der Osternachtfeier 2017, „die zentrale Botschaft unseres Glaubens, Kern
und Fundament.“ Deshalb dürfen wir auch fragen, was denn eigentlich diese Botschaft für uns heute
bedeutet und inwiefern sie auch eine Kraftquelle für unser Leben sein kann. …
Wenn Ostern der Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens ist, so deshalb, weil wir das Größere
im Leben feiern! Die große Hoffnung, dass es nach dem Tod weitergeht und dass Gott immer für das
Leben steht.

In allen Berichten der Auferstehung Christi sprechen die ersten Zeugen von etwas, was bis dahin in
unserer Erfahrungswelt nicht vorgekommen ist. Sie reden von etwas Neuem, Einmaligem, zu deren Beschreibung
ihnen – wie heute auch uns - eigentlich die Worte fehlen. Sie waren aber absolut sicher:
Es war ganz und gar Jesus, der ihnen damals begegnete. Dennoch gehörte er offensichtlich einer anderen
Welt und Wirklichkeit an, der des lebendigen Gottes: dem Reich des Todes für immer entzogen.

Was wir ohne Auferstehung wären, hat Paulus deshalb schon vor über 2000 Jahren klar beantwortet.
»Ist aber Christus nicht auferweckt worden«, sagt er in seinem ersten Brief an die Korinther »dann ist unsere
Verkündigung leer, leer auch euer Glaube.« (1 Kor 15, 14). Christus zu verkündigen wäre sinnlos, der Glaube
an Christus wäre nutzlos, alle Zeugen und Prediger der Auferstehung wären Lügner und Christen wären
die bemitleidenswertesten Leute auf der Erde (V. 19). »Nun aber ist Christus tatsächlich von den Toten auferweckt
worden als der Erste der Entschlafenen« (V.20): Er sichert uns deshalb zu, dass wir Ihm in der
Auferstehung folgen werden. Diese Gewissheit, dass der Tod auch bei uns nicht das letzte Wort haben
wird, was kann sie in uns bewirken? Inwiefern kann sie zu einer enormen Kraftquelle für unser Leben werden?

GOTTES LIEBE IST STÄRKER ALS DER TOD
Sie will uns zunächst sagen, dass uns durch den Tod das Leben nicht genommen, sondern verwandelt
wird und wir einander wiedersehen werden. Das, was wir an Ostern feiern, das sehen wir auch in der Natur,
da ist das Leben auch stärker als alle Erstarrungen, und so ist Auferstehung die Hoffnung und das Vertrauen:
Die Liebe überdauert den Tod.

SIE RELATIVIERT UNSERE SORGEN
Nicht alle unsere Sorgen werden durch die Auferstehung Jesu gegenstandslos, aber diese Tatsache
relativiert sie, d.h., sie hilft uns, unsere Probleme in den richtigen Proportionen zu sehen. Dieses irdische
Leben ist ja »nur« ein Vorspiel zu unserem eigentlichen, dem ewigen Leben. Was uns heute noch bewegt, beschäftigt oder gar belastet, wird uns in wenigen Jahrzehnten gar nicht mehr wichtig sein, weil wir
beim HERRN sein werden! Damit sollen unsere Nöte nicht verharmlost werden. Wir wissen natürlich, dass
wir auch Lasten zu tragen haben. Und doch, im Licht der Ewigkeit gesehen, sind sie »nur« vorübergehend.
»Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der
Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll« (Röm 8, 18)

SIE ÜBERWINDET UNSERE ÄNGSTE
Der Glaube an die Auferstehung kann unser Leben entscheidend verändern, indem er beispielsweise
unsere Ängste besiegt, z.B. die Angst vor der Zukunft. Die Gewissheit, dass Jesus lebt, kann uns frei machen
von Ängsten, die uns Menschen so sehr quälen. Kann uns frei machen auch von der größten Angst, der
Angst vor dem Tod, weil wir wissen: An seiner Seite sind wir geborgen und brauchen uns auch vor der Zukunft
nicht zu fürchten.

SIE BEFREIT UNS VON ZWÄNGEN
UND MACHT UNS FREI FÜR DAS GUTE
Die Gewissheit, dass der Tod nicht das Letzte ist, befreit uns von jener zwanghaften Jagd nach Glück,
die uns letztendlich doch nicht glücklich macht. Wir müssen das Leben nicht ausquetschen wie eine Zitrusfrucht,
aus Angst zu kurz zu kommen, nicht alles auskosten zu können. Gerade weil wir wissen, dass
das Leben kein Wunschkonzert ist und wir nicht alles in diesem kurzen Erdenleben bekommen können und
dass diese Welt nie ein Paradies auf Erden werden kann, können wir dafür arbeiten und uns einsetzen,
dass diese Welt ein besserer Ort für alle ihre Bewohner wird.

Wie könnte die aktuelle Botschaft
von Ostern zusammenfassend lauten?
Ostern trägt die frohe Botschaft in sich: Das Kreuz hat nicht das letzte Wort. Gottes Lebensmacht ist
stärker als der Tod. So wie Christus werden auch wir auferstehen. Aber Auferstehung meint nicht nur, so
Anselm von Grün, dass wir im Tod in Gott hinein auferstehen, sondern wir feiern Ostern, „damit wir jetzt
aufstehen, auferstehen aus dem Grab unserer Angst, unserer Resignation, unseres Selbstmitleids, aufstehen
zum Leben. Tod und Auferstehung Jesu zeigen, dass es nichts gibt, was Gott nicht wenden und verwandeln
kann. Es gibt keinen Tod, der nicht ins Leben verwandelt werden kann, keine Dunkelheit, die nicht
hell werden, keine Angst, die nicht zu Vertrauen werden, keine Trostlosigkeit, die nicht getröstet werden
kann, keine Verlassenheit, die nicht in Geborgenheit und keine Verzweiflung, die nicht in Hoffnung verwandelt
werden kann.“
(Osterpredigt April 2015)


Bildquellen: stock.adobe.com/de/images/silhouette-of-a-person-before-a-symbol-of-faith/69414951, Pixabay